Warum künstliche Intelligenz für mich kein Autor ist, sondern manchmal ein verdammt guter Sparringspartner 😎

Hallo liebe Leserinnen und Leser,
seit einiger Zeit habe ich beim Schreiben Unterstützung.
Sie braucht keinen Kaffee, macht keine Mittagspause und beschwert sich auch nicht, wenn ich zum fünften Mal sage:
„Nein. Das ergibt keinen Sinn.“
Dafür besitzt sie eine bemerkenswerte Fähigkeit: Sie kann mir begeistert zustimmen, ausführlich erklären, warum meine Entscheidung vollkommen logisch ist – und mir zehn Minuten später genau das wieder vorschlagen, was wir gerade ausgeschlossen haben.
Ich rede natürlich von künstlicher Intelligenz. 😊
Und bevor jetzt jemand denkt, meine Bücher würden inzwischen auf Knopfdruck entstehen: Schön wär’s. 🤣
Warum ich KI für meine Diskussionen nutze
Wenn ich an einem Krimi arbeite, entstehen Figuren, Vergangenheit, Beziehungen und Geschichte bei mir.
Ich entscheide, wer stirbt, wer lügt, wer verdächtig ist und – manchmal wesentlich schwieriger – warum überhaupt jemand einen anderen Menschen umbringt.
Und dann kommt meine KI ins Spiel.
Wir diskutieren. Mitunter zu ausgiebig. 😁
Ich werfe eine Idee in den Raum. Sie entwickelt sie weiter. Ich sage: „Nee, gefällt mir nicht.“ Also suchen wir eine andere.
Manchmal entdeckt sie einen Logikfehler oder bringt mich auf eine neue Spur. Und gelegentlich muss ich ihr erklären, warum in einem kleinen rheinhessischen Dorf nicht plötzlich die Mafia auftauchen kann, nur weil uns gerade kein vernünftiges Mordmotiv einfällt. 🤣
Besonders unterhaltsam wird es, wenn wir uns festgefahren haben:
Ich: „Der kann es nicht gewesen sein. Das haben wir doch gerade geklärt.“
KI: „Stimmt. Das wäre unlogisch.“
Fünf Minuten später:
KI: „Was wäre, wenn er der Täter ist?“
Ich: „NEIN!“ 🤣
Um eine bevorstehende Weltherrschaft der künstlichen Intelligenz mache ich mir deshalb noch nicht allzu große Sorgen.
Trotzdem ist sie mir eine große Hilfe. Nicht, weil sie meine Geschichten schreibt, sondern weil ich mit ihr darüber sprechen, Ideen ausprobieren und auch mal herrlich streiten kann.
Und ich nutze KI nicht nur beim Schreiben. Auch privat hilft sie mir. Zum Beispiel bei Anschreiben an Ämter, Ärzte oder andere Stellen.
Bei manchen Behördenschreiben bin ich ausgesprochen froh darüber. Denn „Was wollen die eigentlich von mir?“ lässt sich erstaunlich schlecht als offizielle Antwort verschicken. 🤣
KI und Bücher
Auch die Buchbranche beschäftigt sich längst mit dem Thema. Manche Verlage schließen KI-erstellte Manuskripte aus, andere erlauben bestimmte Formen der Unterstützung.
Deshalb ist mir ein Unterschied wichtig:
KI benutzen ist nicht dasselbe wie ein Buch von einer KI schreiben zu lassen.
Meine KI ist Ideengeber, Kritiker und Sparringspartner. Die Figuren, die Geschichte und die Entscheidungen bleiben meine.
Und ja – manchmal denke ich:
Verdammt. Auf die Idee hätte ich auch selbst kommen können. 😎
An anderen Tagen stellen wir nach einer halben Stunde fest, dass wir uns wunderbar im Kreis gedreht haben.
Auch das gehört offenbar zur Zusammenarbeit. 🤣
Aber bitte den eigenen Kopf einschalten
So hilfreich KI sein kann: Sie übernimmt einem nicht das eigene Denken.
Ich glaube ihr nicht automatisch alles. Informationen müssen überprüft werden.
Das gilt auch für das, was uns im Internet begegnet. Bilder, Stimmen, Videos und sogar vermeintliche Nachrichten können heute künstlich erzeugt oder manipuliert werden.
Also ruhig einmal fragen: Wer hat das veröffentlicht? Gibt es eine seriöse Quelle? Berichten andere darüber? Ist das überhaupt plausibel?
Vielleicht brauchen wir im Umgang mit KI vor allem etwas ziemlich Altmodisches:
gesunden Menschenverstand.
KI kann ein großartiges Werkzeug sein. Aber wie bei jedem Werkzeug kommt es darauf an, wer es benutzt – und wofür.
Ich möchte meine KI jedenfalls nicht mehr missen.
Aber wenn sie mir etwas erzählt, das mir merkwürdig vorkommt, darf sie sich auch schon mal anhören:
„Das glaubst du doch selbst nicht.“ 🤣
Und wer schreibt nun meine Geschichten?
Ich.
Die KI darf mitdiskutieren. ❤️
Herzliche Grüße


