Danke sagen – einfach, weil es nicht selbstverständlich ist...💕
Mit KI generiert.
Hallo liebe Leserinnen und Leser,
keine Sorge.
Ich werde jetzt weder bei Vollmond um einen Apfelbaum tanzen noch irgendwelche Kräuter verbrennen.
Aber auf der Suche nach einem Thema für einen neuen Blogbeitrag bin ich über Mabon gestolpert.
Und weil ich zunächst selbst nicht so genau wusste, was sich dahinter verbirgt, habe ich ein bisschen nachgelesen.
Mabon wird rund um die Herbst-Tagundnachtgleiche gefeiert – also zu jener Zeit, in der Tag und Nacht ungefähr gleich lang sind und der Herbst langsam, aber ziemlich unübersehbar die Regie übernimmt.
Die Tage werden kürzer, die Felder leerer und bei uns in Rheinhessen sind Traktoren plötzlich gefühlt überall.
Im Mittelpunkt stehen Ernte, Gleichgewicht, Loslassen – und vor allem Dankbarkeit.
Und an diesem Wort – Dankbarkeit – bin ich hängen geblieben.
Dabei ist Mabon übrigens gar kein uraltes keltisches Fest, wie man vielleicht vermuten könnte.
Die Herbst-Tagundnachtgleiche und die damit verbundenen Erntebräuche sind zwar sehr viel älter, der Name Mabon für dieses Fest wurde aber erst im 20. Jahrhundert im modernen Neuheidentum geprägt.
Aber ganz unabhängig davon, wie alt der Name ist: Der Gedanke dahinter gefällt mir.
Wie oft denken wir eigentlich darüber nach, wofür wir dankbar sind?
Nicht für die großen, spektakulären Dinge. Sondern für das, was irgendwann so selbstverständlich geworden ist, dass wir es kaum noch wahrnehmen.
Ich bin dankbar für meine Familie und meine Freunde. Für Menschen, die da sind, wenn man sie braucht – und manchmal auch dann, wenn man gar nicht wusste, dass man sie gerade braucht.
Ich bin dankbar dafür, schreiben zu können.
Für diese merkwürdige Fähigkeit, Menschen in meinem Kopf entstehen zu lassen, ihnen Namen zu geben und sie anschließend umzubringen.
Na gut. Zumindest in meinen Krimis.
Und wenn wir schon von Ernte und Dankbarkeit sprechen, gibt es noch Menschen, an die wir vielleicht viel zu selten denken:
unsere Landwirte.
Gerade in den vergangenen Wochen waren sie wieder unterwegs. Früh morgens, spät abends und manchmal bis tief in die Nacht.
Traktoren, Erntemaschinen und Anhänger auf den Straßen – und ja, wenn man gerade dahinter hängt, kann das durchaus nerven.
Aber dann denke ich mir:
Was machen die da eigentlich?
Sie arbeiten.
Sie holen die Ernte ein.
Sie sorgen gemeinsam mit vielen anderen Menschen dafür, dass Lebensmittel produziert werden und am Ende bei uns auf dem Tisch landen.
Das Wetter richtet sich dabei nicht nach Feierabend, Wochenende oder danach, ob wir gerade gerne unsere Ruhe hätten. Wenn die Ernte eingefahren werden muss, muss sie eingefahren werden.
Also ja: Wenn nachts noch ein Traktor vorbeifährt, darf ich kurz genervt sein.
Und danach vielleicht einfach einmal daran denken, warum er unterwegs ist.
Vielleicht ist genau das der Gedanke hinter Mabon, der mir gefällt.
Einmal kurz stehen bleiben.
Zurückschauen auf das, was dieses Jahr gebracht hat.
Auf das Gute und vielleicht auch auf das, was schwierig war. Auf Menschen, die geblieben sind. Auf Dinge, die gelungen sind. Und sogar auf manches, das nicht gelungen ist, aus dem wir aber etwas mitgenommen haben.
Unsere persönliche Ernte besteht schließlich nicht nur aus Erfolgen.
Manchmal besteht sie auch aus Erfahrungen.
Und vielleicht müssen wir gar nicht um einen Apfelbaum tanzen, um Mabon zu feiern.
Vielleicht reicht es schon, sich hin und wieder bewusst zu machen:
Es ist nicht alles selbstverständlich.
Die Menschen nicht.
Unsere Fähigkeiten nicht.
Unsere Gesundheit nicht.
Und auch nicht das Brot, die Kartoffeln, das Obst oder der Wein auf unserem Tisch.
Deshalb heute einfach einmal:
D A N K E.
Für meine ganz persönliche Ernte. Und an alle, die dafür sorgen, dass es auch eine echte gibt.
Herzliche Grüße



